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Was uns Ceuta über Perimeterschutz lehrt
Beginnt moderner Perimeterschutz viel zu spät? Holger Berens und Manuel Bohé über die Ereignisse in Ceuta, öffentlich verfügbare Informationen und die Frage, wo Sicherheit eigentlich anfangen muss.
Beginnt moderner Perimeterschutz viel zu spät?
60.000 Menschen bewegen sich auf eine Grenze zu – und niemand scheint darauf vorbereitet zu sein. Dabei kam die Entwicklung nicht aus dem Nichts: In sozialen Netzwerken wurde darüber gesprochen, Gruppen mit hunderttausenden Mitgliedern beschäftigten sich mit dem Thema, und relevante Informationen waren öffentlich zugänglich. Trotzdem traf die Situation in Ceuta die Verantwortlichen offenbar unvorbereitet.
In dieser Folge von „Der wilde Ritt durch die Security“ diskutieren Holger Berens und Manuel Bohé über ein Thema, das klassische Vorstellungen von Sicherheit infrage stellt: Perimeterschutz und die Frage, wo dieser eigentlich beginnen muss. Beim Schutz eines Geländes oder einer Grenze richtet sich der Blick häufig auf den eigentlichen Perimeter: Wie hoch muss ein Zaun sein? Wo brauchen wir Barrieren? Wie verhindern wir, dass jemand eine Grenze überwindet?
Doch was, wenn die entscheidenden Hinweise auf eine mögliche Bedrohung schon viel früher entstehen – im öffentlich zugänglichen digitalen Raum? Genau hier kommt OSINT (Open Source Intelligence) ins Spiel. Dabei geht es nicht darum, private Chats mitzulesen oder Messenger-Dienste zu überwachen. Im Mittelpunkt stehen öffentlich verfügbare Informationen, die beobachtet und miteinander in Zusammenhang gebracht werden, um Entwicklungen und mögliche Bedrohungen früher zu erkennen.
Damit erweitert sich die Frage, was moderner Perimeterschutz bedeutet. Sicherheit beginnt möglicherweise nicht erst am Zaun oder an der Grenze, sondern dort, wo sich Entwicklungen abzeichnen und relevante Informationen verfügbar werden. Für Manuel und Holger geht es deshalb nicht darum, klassische Schutzmaßnahmen überflüssig zu machen. Die Frage ist vielmehr, ob wir Sicherheit heute früher und umfassender denken müssen. Vielleicht ist der Perimeterschutz also nicht tot. Vielleicht beginnt er einfach viel früher, als wir bisher gedacht haben.
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